Lampropeltis calligaster calligaster

(Prärie Königsnatter)

Schlangen ⇒ Colubridae (Nattern)

 
 
Erstbeschreiber: Harlan, 1827  

  
TerrarientypSchwierigkeitsgrad1
LebensweiseArtenschutzNein
Aktivität 

Herkunft:Königsnattern sind ausschließlich in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Mexiko zu Hause. Das Hauptverbreitungsgebiet der Präriekönigsnatter liegt westwärts von Indiana bis Nebraska, südlich im Tal des Mississippi bis nach Ost-Texas und in das westliche Louisiana.
Habitat:Sümpfe, Felder, Wälder, Berge, Wüsten und Flußtäler.
Lebensweise:Königsnattern besiedeln eine Vielzahl verschiedener Lebensräume, was bei einer so großräumigen Verbreitung kaum verwunderlich ist. Diese schließen Sümpfe, Felder, Wälder, Berge, Wüsten und Flußtäler ein. Überall wo es die klimatische Gegebenheiten zulassen, kommen sie vor. Königsnattern sind sehr aktive Schlangen. Die Präriekönigsnatter hat sich offene Flächen und Graslandschaften sowie aufgelockerte Waldbestände zum Lebensraum gemacht. Diese Gattung läßt sich sehr gut halten. 
Körperlänge:Adulte Exemplare dieser Art können eine Gesamtkörperlänge von ca. 130cm erreichen.
Aussehen:Anhand einiger deutlicher Merkmale ihres Äußeren lassen sich Königsnattern erkennen. Der Schwanz ist relativ kurz. Die Rückenschuppen (Dorsalia) sind in 17 bis 27 Reihen angeordnet. Der Analschild ist ungeteilt, während die Schuppen der Schwanzunterseite - die Subcaudalia - in Paare geteilt sind. Mit einer mittleren Größe von etwa 90 bis 180 cm sind sie klein bis mittelgroß. Die Präriekönigsnatter (Lampropeltis calligaster calligaster) besitzt etwa 60 rötliche oder grünliche - quadratisch geformte Sattelflecken - die eine Schwarze Umrandung tragen. Vereinzelt können diese Flecken in zwei parallele Reihen geteilt sein. Die Körpergrundfärbung besteht aus einem Braun- oder Beigefarbenden Grundton, welcher gelegentlich auch rosafarbend sein kann. Bei Jungtiere kommt es oftmals zur dichten Fleckenzeichnung.
In freier Natur kommen ebenfalls gestreifte und teilalbinotische Exemplare vor.
Haltung:Das erforderliche Mindestmaß eines Terrariums für Königsnattern läßt sich nach einer einfachen Faustformel errechnen. Pro 30 cm Gesamtkörperlänge 20 Liter Terrarium. Dieses Mindestmaß ist noch ausreichend für 2 Tiere wenn das Terrarium ausreichend gestaltet ist und noch genügend Bewegungsfreiraum zur Verfügung steht. Hierbei sollte auf ein Seitenverhältnis von etwa 2 x 1 x 1 (Breite x Tiefe x Höhe) beachtet werden (Königsnattern sind keine großen Kletterer). Um eine möglichst Naturgetreue Terrarieneinrichtung zu gestalten kann als Bodengrund Kies, Kiefernrinde, Kiefernnadeln, Rindenmulch, Kunstrasen, Blumenerde (ungedüngt) oder Sand eingebracht werden. Zur weiteren Einrichtung gehören raue Steine, unabdingbar für die Häutung, Versteckplätze, damit sich das Tier in einem Ruheplatz zurückziehen kann, Ein großes Trink- und Badegefäß (Häutung) und einige Kletteräste. Die durchschnittliche Tagestemperatur im Terrarium sollte während der Aktivitätssaison zwischen 26°C und 29°C betragen. Während der Nachtphase sollten diese Werte auf etwa 20°C bis 22°C zurückgehen. Zusätzlich sollten "heiße Steine" (31°C bis 33°C) oder Heizkabel- bzw. -matten, die unter dem Terrarienboden verlegt werden, eingebracht sein. Diese werden gerne von den Tieren in Anspruch genommen um Wärme zu "tanken". Da Königsnattern in vielen unterschiedlichen Biotopen beheimatet sind, wird keine besonders hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Ein gelegentlichen Aussprühen des Terrariums reicht hier völlig aus.  Die Beleuchtungsdauer im Terrarium ist ein wichtiger Bestandteil für den Lebenszyklus der Tiere, welcher vom Jahreszeitenwechsel gesteuert wird. Der Wechsel der Jahreszeiten muß hier simuliert werden. Für die Beleuchtung sollten Breitspektum- oder Tageslichtlampen eingebracht werden, um die Enzyme im Körper anzuregen, welche wichtig für die Calcium- und Vitaminverwertung sind. Königsnattern sind im Vergleich zu anderen Schlangenarten, in Hinsicht auf die Beleuchtung im Terrarium, nicht besonders anspruchsvoll. In "hellen" Räumen können sie bisweilen sogar ohne "künstliche Sonne" gepflegt werden.
Futter:Königsnattern haben ein breites Futterspektrum. Geeignetes Futter sind in erster Linie Mäuse und Ratten und entsprechen ebenfalls der Natürlichen Nahrung der Tiere. Weiterhin ernähren sie sich von kleinen Echsen, Säugetieren und Vögeln. Futtertiere können in der Regel tot oder lebend angeboten werden. Hierbei ist jedoch der natürliche Aspekt in den Vordergrund zu stellen. Die Fütterungsperiode sollte bei ungefähr 5 bis 7 Tagen liegen, wobei dem Tier ca. 1 - 2 Mäuse angeboten werden sollte.
Wichtig : Königsnattern ernähren sich in freier Natur ebenfalls von anderen Schlangen, sind also ophiophag. Sie gelten als immun gegen die Gifte von Giftschlangen ihres natürlichen Lebensraumes und betrachten solche ebenfalls als Futter.
Fortpflanzung:Ein eher unwesentlicher Geschlechtsunterschied ist die Schwanzlänge. Diese macht beim Weibchen etwa 14% der Gesamtlänge aus, ist allerdings beim Männchen nur unwesentlich länger. Die verläßlichste Geschlechtbestimmung ist die Sondierung, welche allerdings nur durch einen erfahrenen Fachmann durchgeführt werden sollte, da es hierdurch zu irreperablen Schäden kommen kann. Eine weitere Möglichkeit der Geschlechtsbedingung ist das Herausmassieren des Hemipenes welches allerdings keine sichere Methode zur Geschlechtsbedingung ist. Die Geschlechtsreife erreichen Königsnattern mit einem Alter von etwa 2 bis 3 Jahren. Kurz nach der Winterruhe findet die Paarung statt.
Vorsicht : Königsnattern sind "Kannibalen" und fressen unter anderem auch kleinere Artgenossen. Die Tragzeit liegt bei etwa 7 bis 9 Wochen. Etwa in der sechsten Woche sollte dem Tier eine Eiablagemöglichkeit geboten werden. Der Schlange sollte sobald wie möglich das Gelege entwendet werden, da Königsnattern dazu neigen ihr eigenes Gelege zu verschlingen, und in einem Inkubationskasten überführt werden. Ein mittelgroßes Gelege, der Präriekönigsnatter, besteht aus etwa 11 Eiern. Die Inkubationszeit liegt bei ungefähr acht bis zehn Wochen. Hierbei sollte die Umgebungstemperatur bei einem Mittelmaß von 26°C liegen. Nach dem die Jungtiere geschlüpft sind sollten diese ebenfalls getrennt werden, da Jungtiere besonders zu Kannibalismus neigen. Nach der ersten Häutung, die nach ca. einer Woche vollzogen wird, können nackte Mäuse zur Fütterung angeboten werden. Für eine erfolgreiche Paarung ist eine Winterruhe unbedingt in Betracht zu ziehen. Hierbei ist allerdings der Gesundheitszustand des Tieres ein wichtiger Gesichtspunkt. Die Winterruhe sollte bei einer durchschnittlichen Temperatur von ca. 13°C und völliger Dunkelheit durchgeführt werden. Wichtig : bevor die Winterruhe eingeleitet wird, ist unbedingt darauf zu achten, daß sich keinerlei Verdauungsreste mehr im Tier befinden (mindestens 3 Wochen vor der Winterruhe nicht mehr füttern). Dieses würde ansonsten unwiderruflich zum Tode des Tieres führen. Für die "Eingewöhnungsphase" wird jeden Tag die Temperatur, höchstens um 5°C, abgesenkt. Die Dauer der Winterruhe sollte ca. 2 Monate (acht bis neun Wochen) anhalten.
Info:Das Wort Lampropeltis kommt aus dem Griechischen - lampros bedeutet leuchtend und peltis Schild.

zurück
[ Stand: 23.10.2013 ]